„Taxi nach drüben“ am Theater Ulm

Woyzeck von Georg Büchner Inszenierung Zino Wey Inszenierung: Zino Wey Bühne: Davy van Gerven Kostüme: Veronika Schneider Musik: Max Kühn Licht: Rüdiger Benz Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Auf dem Bild Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck) Foto: Julian Baumann Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck)

„Taxi nach drüben“ am Theater Ulm – mit Stefanie Schwab, Maurizio Micksch, Emma Lotta Wegner, Frank Röder | Foto: Marc Lontzek

ULM. Licht an, Licht aus, stundenlang. Bibbern vor Kälte, Durst und Hunger, allein. Isolierhaft. Verhöre. Und weiterer Psychoterror im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Es ist dumm gelaufen für den Taxifahrer und Familienvater von der Schwäbischen Alb, aus Westerstetten in der Nähe von Ulm. Er ist als deutsch-deutscher Doppelagent aufgeflogen. Sogar die Todesstrafe steht im Raum. Sie wurde in der DDR erst 1987 abgeschafft. Vier Jahre, 1980 bis 84, war Helmut Armsch im unkontrollierten Grenzverkehr unterwegs gewesen.

Im Ulmer Theater wird gerade seine spannende Geschichte erzählt, „Taxi nach drüben“, für die es ein Original gibt. Helmut Armsch ist eigentlich Hermann Reisch. Das Ulmer Theater hat das Doku-Stück aus Zeiten des Kalten Kriegs bei Philipp Löhle in Auftrag gegeben, der es auch inszeniert hat. Weiterlesen

2025-12-19T08:41:15+01:0017. Dezember 2025|

Die Zukunft wird Taub

Woyzeck von Georg Büchner Inszenierung Zino Wey Inszenierung: Zino Wey Bühne: Davy van Gerven Kostüme: Veronika Schneider Musik: Max Kühn Licht: Rüdiger Benz Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Auf dem Bild Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck) Foto: Julian Baumann Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck)

„Gebärden der Geschichte“ am Stuttgarter Theater Rampe. © Dominique Brewing

Selten bringt Theater derart viele Erkenntisse und wirkt so lange nach: Gestern hatte am Stuttgarter Theater Rampe „Gebärden der Geschichte“ Premiere, ein Projekt der Interakt Initiative Stuttgart, in dem hörende, schwerhörige und Taube Menschen gemeinsam auf der Bühne stehen. Es ist beeindruckend, wie es dieser spannenden Produktion gelingt, in die Geschichte Tauber Menschen, die lange eine der erzwungenen Anpassungen und Gängelungen war, hineinzuziehen. Und sie zeigt eine künstlerische Normalität, die es bisher weder auf deutschen Bühnen noch in TV und im Film gab. Hier kann man meine Nachtkritik lesen.

2025-12-13T12:24:36+01:0012. Dezember 2025|

Kürzungen beim Stuttgarter Staatstheater

Die gesamte Kulturszene Stuttgarts zittert vor den Beschlüssen zum städtischen Doppelhaushalt 2026/27  am 19. Dezember. Auch die Stuttgarter Staatstheater werden von Kürzungen betroffen sein. Ich habe den Opernintendanten Viktor Schoner für die KONTEXT:Wochenzeitung interviewt und gefragt, was das für sein Haus bedeutet. Unser ausführliches Gespräch kann man seit heute hier lesen, außerdem in der wochentaz vom 6.-12.12.25.

Und bitte nicht vergessen, die gemeinsame Petition des „Bündnis Stuttgart Kultur“ gegen die Kultursparmaßnahmen in Stuttgart zu unterzeichnen!

2025-12-13T12:20:39+01:003. Dezember 2025|

Die Kunst des Überlebens

Heute erscheint in der Wochenendausgabe der Stuttgarter Zeitung mein Essay über den russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, der vor 50 Jahren starb. Das Drama seines Lebens unter der Terrorherrschaft Stalins ist aktueller denn je. Künstler:innen werden in autokratischen Systemen benutzt und bedroht oder machen sich freiwillig zu Propagandist:innen eines Regimes. In meinem Essay geht es darum, wie es Schostakowitsch gelang, innerhalb eines perfiden Unterdrückungssystems produktiv zu bleiben und bedeutende Musik zu komponieren. Thematisiert wírd darüber hinaus, wie seine Musik heute von Wladimir Putin für propagandistische Zwecke missbraucht wird.

2025-11-17T11:51:57+01:0015. November 2025|

Hatte Beethoven Humor?

Tja, gemäß dem noch immer vorherrschenden Beethoven-Bild hatte der Mann wohl eher selten gute Laune. Aber: Er stammt aus Bonn, und gehörte damit – nolens volens – zu den rheinischen Frohnaturen. Hörbar nicht nur in seiner Achten Sinfonie. Das Stuttgarter Kammerorchester und sein fröhlicher musikalischer Leiter Thomas Zehetmair haben diesen Aspekt seines Schaffens am letzten Wochenende in der Stuttgarter Liederhalle pointiert herausgearbeitet. Meine Kritik zum Konzert kann man in der Stuttgarter Zeitung (und allen damit zusammenhängenden Blättern), Ausgabe 5. Oktober ’25, lesen. Oder aber hier.

2025-10-10T10:29:00+02:007. Oktober 2025|

Premiere „Die Welt im Rücken“ am Stuttgarter Schauspiel

Thomas Melles autobiographischer Roman „Die Welt im Rücken“ lässt uns in die Abgründe seiner bipolaren Erkrankung blicken, in ein zermürbendes Leben, in dem sich manische, depressive und suizidale Phasen mit Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken abwechseln und das geprägt ist von Gefühlsextremen zwischen unfassbarer Euphorie und völliger Leere. Nach dem Wiener Burgtheater (2017) hat jetzt auch das Schauspiel Stuttgart diesen Text in einer Bearbeitung auf die Bühne gebracht. In der Regie von Lucia Bihler und mit der fantastischen Paulina Alpen in der Rolle des Ich-Erzählers. Meine ausführliche Rezension zur gestrigen Premiere wird in der November-Ausgabe von  Theater heute zu lesen sein.

2025-12-13T12:25:27+01:0027. September 2025|

Mein Kindertheater-Tipp: „Hey, ich bin der kleine Tod …“ an der Jungen WLB Esslingen

Woyzeck von Georg Büchner Inszenierung Zino Wey Inszenierung: Zino Wey Bühne: Davy van Gerven Kostüme: Veronika Schneider Musik: Max Kühn Licht: Rüdiger Benz Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Auf dem Bild Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck) Foto: Julian Baumann Matthias Leja (Hauptmann), Sven Prietz (Doktor), Sylvana Krappatsch (Woyzeck)

Quirliges Ensemble: Paula Dehner, Julian Häuser, Felix Albers, Nicky Taran und Michaela Henze in „Der kleine Tod …“ an der Jungen WLB Esslingen. © Tobias Metz

An der Esslinger Jungen WLB wurde die neue Saison jetzt mit einer Uraufführung eingeläutet: „Hey, ich bin der kleine Tod – aber du kannst auch Frida zu mir sagen“ von Anne Gröger in einer Bühnenbearbeitung. Es ist ein Stück über die letzten Dinge, vor allem aber eines über den menschlichen Überlebenswillen und das Leben. Und es ist eine Produktion für wirklich „alle“ ab zehn Jahren. Meine Besprechung vom 22. September ’25 in der Eßlinger Zeitung kann man hier lesen.

2025-10-10T11:46:55+02:0023. September 2025|

Wolfram Weimer im Kulturkampf

Ausgerechnet der Mann, der in Deutschland für Kultur verantwortlich sein soll, macht jetzt Sprachvorschriften. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verbietet seinen Angestellten Sternchen, Doppelpunkte und große Is. Das ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Mein Kommentar dazu steht seit heute online und ist hier zu lesen.

2025-08-06T09:40:20+02:006. August 2025|

Nachricht an Emma Kunow

 

Ansichtskarten haben das Image gutgelaunter Urlaubsgrüße. Aber sie können auch stille Zeuginnen ihrer Zeit sein. Und zuweilen führen sie zurück in die Finsternis deutscher Geschichte – wie im Fall einer alten Postkarte von 1918, die ich 2023 auf einem Flohmarkt in Kołobrzeg (einst Kolberg) entdeckte. Aus dieser Postkarte entwickelte sich eine spannende Geschichte. Zu lesen hier – in der Ausgabe der Kontext:Wochenzeitung vom 30. Juli 2025.

2025-07-31T21:36:14+02:0031. Juli 2025|

Ende der Maskenpflicht

Schade, jetzt isses endgültig vorbei mit der Maskenpflicht. Selbst im ÖNV ist Schluss mit dem probatesten Mittel gegen die Pandemie. Und auch mein Lieblingsbeitrag zu diesem Thema erinnert nunmehr an die Vergangenheit: der Song „Masken“ von den Egotronics feat. Andreas Dorau.

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2023-02-03T10:52:42+01:003. Februar 2023|
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