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Essays
Eine kleine Sammlung umfangreicherer feuilletonistischer Beiträge, die ich für Musikmagazine
und Zeitungen verfasst habe.
Wer hören will, muss sehr fein fühlen. Vor 200
Jahren wurde der Komponist Robert Schumann geboren (2010) //
Sie ist etwa so groß wie ein Zehn-Cent-Stück: Die
Lebensretter-Medaille, die einst dem Düsseldorfer Strommeister
Jungermann verliehen wurde, weil er Robert Schumann vor dem Tod durch
Ertrinken bewahrt hatte. Der Strommeister – eine Art Wasserpolizist –
hatte den Komponisten nach dessen Suizidversuch gerade noch rechtzeitig
aus dem Rhein fischen können. Der unscheinbare Silberorden liegt heute in
einer der vielen Glasvitrinen im Museum des Robert-Schumann-Hauses
Zwickau, dem rekonstruierten Geburtshaus des Komponisten, der hier am 8.
Juni 1810 als jüngstes von fünf Kindern das Licht der Welt erblickte.
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Die Wut über den verlorenen
Groschen. Beethoven und die Finanzkrise (2009) //
Wut geht um. Wut über fehlende Millionen, ja Milliarden. Wut über
verlorenes Vermögen. Beethoven hat diese Wut in kleinerer Währung schon
groß ausgetobt – in seiner "Wut über den verlorenen Groschen". Aber war
das wirklich Beethovens Problem?
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Fußball und Musik. Auch
Orchestermusiker tun "es" (2009) //
Warum gibt es keine Fußball-Weltmeisterschaft der Orchester? Warum
brauchen die Fanchöre in den Fußballstadien keine Dirigenten? Und warum
hört niemand auf Giovanni Trapattoni? Ein feuilletonistischer Streifzug
findet ein paar Antworten. mehr lesen
Denken in Tönen.
Vor 200 Jahren starb Joseph Haydn – Zu Lebzeiten ein musikalischer
Experimentator, posthum ein Opfer der Verharmlosung
(2009)
//
Als Joseph Haydn am 31. Mai 1809 in Wien starb, galt er als der
bedeutendste und berühmteste Komponist der Welt. Das kostete ihm den
Kopf. Nur einige Tage nach seinem Begräbnis auf dem Hundsturmer Friedhof
lag Haydns Schädel auf dem Seziertisch des Wiener Allgemeinen Spitals
zur Präparation bereit.
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Die seltsamen Stürme des
Unsagbaren. Bartóks Psychodrama "Herzog Blaubarts Burg" (2008)
//
Nichts scheint die Menschheit so sehr zu faszinieren wie
blutrünstige Verbrechen. Nicht nur Boulevardblätter profitieren durch
höhere Verkaufszahlen davon, wenn wieder einmal ein Serienkiller sein
Unwesen treibt. Auch Literaten, Opernkomponisten und Filmregisseure
machen die Taten von Würgern und Meuchlern gerne zu ihren Themen. Dass
das Interesse an schaurigen Bluttaten nichts Neues ist, offenbaren die
uralten Volksmärchen der verschiedenen Länder und Kulturen. Dort wird
seit Jahrhunderten gemordet, was das Zeug hält.
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Brust oder Kopf? Ein
globaler Trieb: Vom Charme des Jodelns (2007) //
Warum zerstören die Marsmenschen in Tim Burtons Filmsatire "Mars
attacks!" die Erde am Ende doch nicht? Richtig! Weil ein junger Held in
letzter Sekunde das Geheimnis der fiesen Außerirdischen erkennt: Einzig
und allein die schrillen Cowboy-Jodler des Country-Musikers Slim Whitman
können sie stoppen. mehr lesen
Willkommen im Himmel!
Harfengeschichten (2007) //
In Federico Fellinis Film "Die Orchesterprobe" rebellieren die
Mitglieder eines Orchesters gegen ihren despotischen Dirigenten. Im
Verlauf des Aufstandes, der in rauschhafte Gewalt, Anarchie und Chaos
mündet, wird die Harfenspielerin getötet. Als die Musiker begreifen,
dass die herbeigesehnte Freiheit unerreichbar bleibt, ordnen sie sich
resigniert wieder dem Diktat des Maestros unter. Eine Parabel auf
Totalitarismus und Faschismus, in der die Harfe eine seltsame Position
einnimmt: Sie beteiligt sich nicht an der Revolution und wird doch von
ihr als erste vernichtet. Gefragt, was er sich dabei gedacht habe,
antwortete Fellini: "Es bedeutet, dass der Geist zum Opfer fällt."
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Signale der Sehnsucht.
Über das Waldhorn, die Romantik und Brahms’ Horntrio op. 40 (2005)
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Erinnern Sie sich außer an Hornkiekser an irgendwelche anderen
größeren Pannen in Konzerten von Berufsorchestern? Ist Ihnen bekannt,
dass Insider das Horn als "Glücksspirale" bezeichnen? Zwar sind die
heutigen Ventilhörner wesentlich komfortabler zu spielen als die
Naturhörner der Mozartzeit. Aber auch 250 Jahre experimentierfreudiger
Hornbau und eine immer ausgefeiltere Spieltechnik haben ein gewisses
Restrisiko beim Tönetreffen nicht ganz beseitigen können.
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